Zum 1. August 2025 startete das BMWK geförderte Verbundprojekt SkalaPro innerhalb des Förderprogramms Industrielle Bioökonomie zur Förderung der Nutzung und des Baus von Demonstrationsanlagen und von Beispielregionen für die industrielle Bioökonomie.
Das gemeinsame Ziel des SkalaPro-Projektkoordinators GICON – Großmann Ingenieur Consult GmbH und den Projektpartnern GNS – Gesellschaft für Nachhaltige Stoffnutzung mbH, Veolia Klärschlammverwertung Deutschland GmbH, LAV Technische Dienste GmbH & Co. KG, Materialforschungs- und -prüfanstalt an der Universität Weimar (MFPA) sowie Fraunhofer Institut für Keramische Technologien und Systeme IKTS ist die Entwicklung eines sowohl ganzheitlichen und nachhaltigen als auch wirtschaftlich tragfähigen Konzeptes zur vollständigen stofflichen Verwertung von biogenen Gärresten aus Biogasanlagen. Unter Verwendung sowie innovativer Kombination verschiedener Aufbereitungstechnologien und -verfahren soll erstmals das gesamte Wertstoffpotenzial der Gärreste erschlossen werden – sowohl die organischen, humusbildenden Anteile als auch die Nährstoffkomponenten.
Die Wirksamkeit der innovativen Verfahrenskopplung zur Trennung von organischer Substanz und Nährstoffen aus Gärresten sowie deren Weiterverarbeitung zu marktfähigen Produkten soll im Maßstab TRL 6 nachgewiesen werden. Dabei wird erstmals die Nährstoffwelt der Gärreste mit der Phosphatrückgewinnung aus Klärschlammaschen verbunden, um vollständig rezyklierte, standardisierte Mehrnährstoffdünger herzustellen.
In Deutschland fallen jährlich in rund 9.000 Biogasanlagen und 200 Biomethananlagen ca. 82 Millionen Tonnen Gärrückstände an. Die bisherige direkte landwirtschaftliche Verwertung durch Ausbringung auf Felder stellt keinen qualitativ nachhaltigen Verwertungspfad dar und unterliegt zunehmend strengeren Reglementierungen. Das SkalaPro-Verfahren ermöglicht durch die gezielte Trennung und Aufbereitung der Wertstoffe die Herstellung hochwertiger Recycling-Produkte: Torfersatzstoffe und Kultursubstrate aus den organischen Anteilen sowie standardisierte Düngergranulate aus den Nährstoffkomponenten. Diese Produkte können konventionell hergestellte Produkte in gleicher Anwendungsqualität ersetzen und tragen damit erheblich zur Ressourcenschonung, Klimaschutz und Kreislaufwirtschaft bei.

